Die 'angeblich' größte, deutsch Sammlung von Zitaten
...man hat sich Mühe gegeben, den Inhalt der Seite zu schützen - Aber offenbar nicht genug! ;-)


Christian Morgenstern

dt. Lyriker
1871 - 1914
1. O Mensch, das Geld ist nur Chimäre.
Mensch (Mensch, Geld)

2. Wir stehen an einem Ende, wir sind ein Anfang.
Anfang (Ende, Anfang)

3. Es gibt nur einen Fortschritt, nämlich den in der Liebe.
Fortschritt (Fortschritt, Liebe)

4. Genau betrachtet, ist alles Gespräch nur Selbstgespräch.
Gespräch (Genau, Gespräch)

5. Das Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.
Leben (Leben, Suche, Nichts, Etwas)

6. Ein Hauptzug aller Pädagogik: unbemerkt führen.
Führung (Pädagogik)

7. Der Mensch ist ein Exemplar der beispiellosen Geduld der Natur.
Mensch (Mensch, Geduld)

8. Du siehst in etwa 100 Meter Entfernung einen Mann Holz spalten. Das auf den Hackbock geschmetterte Scheit sinkt bereits nach links und nach rechts auseinander - da erreicht dich erst der Schall. So mögen wir die Welt ein halbes Leben lang betrachten, bis wir das Wort vernehmen, das zu ihr gehört, die Seele, die von ihr redet.
Welt (Meter, Entfernung, Mann, Scheit, Schall, Welt, Leben, Wort, Seele)

9. Wer die Welt zu sehr liebt, kommt nicht dazu, über sie nachzudenken; wer sie zuwenig liebt, kann nicht gründlich genug über sie denken.
Welt (Welt)

10. Humor ist die äußerste Freiheit des Geistes, wahrer Humor ist immer souverän.
Freiheit (Freiheit, Geistes)

11. Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er wird.
Ruhe (Ruhe, Beweglichkeit, Mensch)

12. Es gibt nichts Hemmenderes als Gemeinplätze und Redensarten. Jede Redensart ist die Fratze eigener Gedanken, ein "Mitesser" im Zellengewebe des Denkers.
Zitat (Redensarten, Redensart, Fratze, Denkers)

13. Wie ist jede - aber auch jede - Sprache schön, wenn in ihr nicht nur geschwätzt, sondern gesagt wird!
Sprache (Sprache)

14. Vorsicht und Mißtrauen sind gute Dinge, nur sind auch ihnen gegenüber Vorsicht und Mißtrauen nötig.
Mißtrauen (Vorsicht, Mißtrauen)

15. Man ist nicht dort zuhause, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern dort, wo man verstanden wird.
Wohnsitz (Wohnsitz)

16. Ganze Weltalter von Liebe werden notwendig sein, um Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten!
Ganze (Ganze, Liebe, Tieren, Dienste, Verdienste)

17. Schließlich, und endlich: was vermisse ich unter meinen Mitmenschen am meisten: Wirkliche, wirkliche Phantasie.



18. Zitate und Sprüche sind Eis für jede Stimmung.
Zitate (Zitate, Sprüche, Stimmung)

19. Was ist das erste, wenn Herr und Frau Müller in den Himmel kommen? Sie bitten um Ansichtskarten.
Reise (Herr, Müller, Himmel, Ansichtskarten)

20. Ich könnte mir ein künftiges Jahrtausend denken, das unser Zeitalter der Technik anstaunte, wie wir die Antike bewundern, und Maschinen ausgrübe wie wir Statuen.
Technik (Jahrtausend, Zeitalter, Statuen)

21. Man muß aufhören können zu fragen, im Täglichen wie im Ewigen.



22. Der Weise verzichtet auf alles, worauf sich irgendwie verzichten lässt; denn er weiss, dass jedes Ding eine Wolke von Unzufriedenheit um sich hat.
Weise (Weise, Ding, Wolke, Unzufriedenheit)

23. Einen Krieg beginnen, heißt nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn aufzulösen.
Krieg (Krieg)

24. Gott schauen ist Tod, das wußten alle Völker. Gott erraten ist Leben.
Gott (Gott, Völker, Leben)

25. Beim Menschen ist kein Ding unmöglich, im Schlimmen wie im Guten.
Beim (Beim, Ding, Guten)

26. Frage dich nur bei allem: "Hätte Christus das getan?" Das ist genug.
Frage (Frage)

27. Mancher Gedanke fällt um wie ein Leichnam, wenn er mit dem Leben konfrontiert wird.
Test (Gedanke, Leichnam, Leben)

28. Den seelischen Wert einer Frau erkennst du daran, wie sie zu altern versteht.



29. Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiterzuwandeln.
Gott (Gott, Sonne, Laterne)

30. Philosophen sind Schwimmgürtel, gefügt aus dem Kork der Sprache.
Philosophen (Philosophen, Schwimmgürtel, Kork, Sprache)

31. Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übelnimmt.
Charakter (Charakter)

32. Zeige mir, wie du baust, und ich sage dir, wer du bist. (Wenn wir uns dieses Gebäude ansehen und uns fragen, was es über den Architekten aussagt, der es gebaut, und den Bauherrn, der es in Auftrag gegeben hat, kommen wir zu einem eindeutigen Ergebnis: Der eine wie der andere muss ein Liebhaber klarer Linien sein ...)
Architekt (Gebäude, Auftrag, Ergebnis, Liebhaber, Linien)

33. Ein wirklich eigener Gedanke ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.
Gedanke (Gedanke, Goldstück)

34. Blickt der Mensch in der Zeit zurück, so merkt er, sein Unglück war sein Glück!
Mensch (Mensch, Zeit, Glück)

35. Auch der Baum, auch die Blume warten nicht bloß auf unsere Erkenntnis. Sie werben mit ihrer Schönheit… aller Enden um unser Verständnis.
Baum (Baum, Blume, Erkenntnis, Verständnis)

36. Suche allem nach Möglichkeit eine Folge zu geben. Nichts macht das Leben ärmer als vieles anfangen und nichts vollenden.
Suche (Suche, Möglichkeit, Nichts, Leben)

37. Der Welt Schlüssel heißt Demut. Ohne ihn ist alles Klopfen, Horchen, Spähen umsonst.
Welt (Welt, Schlüssel, Demut, Ohne, Klopfen)

38. Es ist merkwürdig, daß ein mittelmäßiger Mensch oft vollkommen recht haben kann und doch nichts damit durchsetzt.
Mensch (Mensch)

39. Für mich gibt es nur ein Mittel, um die Achtung vor mir selbst nicht einzubüßen: fortwährende Kritik.
Mittel (Mittel, Achtung, Kritik)

40. Alles Denken ist wesentlich optimistisch. Der vollendete Pessimist würde verstummen und - sterben.
Andersdenkender (Denken, Pessimist)

41. Jeden Tag seines Lebens eine feine kleine Bemerkung einfangen - wäre schon genug für ein Leben.
Bemerkung (Bemerkung, Leben)

42. Nur durch Schaden werden wir klug - Leitmotiv der gesamten Evolution. Erst durch unzählige, bis ins Unendliche wiederholte leidvolle Erfahrungen lernt sich das Individuum zum Meister über sein Leben empor. Alles ist Schule.
Schaden (Schaden, Evolution, Erst, Individuum, Meister, Leben)

43. Den seelischen Wert einer Frau erkennst du daran, wie sie zu altern versteht, und wie sie sich im Alter darstellt.
Alter (Alter)

44. Das ist meine allerschlimmste Erfahrung: Der Schmerz macht die meisten Menschen nicht groß, sondern klein.
Erfahrung (Erfahrung, Schmerz)

45. Der Satiriker ist ein Mann, der seines Lebens nicht sicher ist, weil er die Wahrheit zur Schau trägt.
Satiriker (Satiriker, Mann, Wahrheit, Schau)

46. Es gibt in Wahrheit kein letztes Verständnis ohne Liebe.
Wahrheit (Wahrheit, Verständnis, Liebe)

47. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.



48. Jeder Mensch ist ein neuer Versuch der Natur, über sich ins Reine zu kommen.
Mensch (Mensch, Versuch)

49. Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen fühlen, wenn jemand die Wahrheit sagt.
Wahrheit (Wahrheit)

50. Der Körper ist die Übersetzung der Seele ins Sichtbare.
Seele (Seele)

51. Der Mensch - ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur.
Mensch (Mensch, Exempel, Geduld)

52. Freude ist wie ein Wattenmeer, in dem zu Zeiten der Ebbe jedermann spazierengehen kann.
Zeiten (Zeiten)

53. Die Weltanschauungen mancher Menschen gleichen lächelnden Festungen.
Weltanschauungen (Weltanschauungen, Festungen)

54. Ich habe heute ein paar Blumen für dich nicht gepflückt, um dir ihr Leben mitzubringen.
Blumen (Blumen, Leben)

55. Die Sterne lauter ganze Noten. Der Himmel die Partitur. Der Mensch das Instrument.
Noten (Noten, Himmel, Partitur, Mensch, Instrument)

56. Gott wäre etwas gar Erbärmliches, wenn er sich in einem Menschenkopf begreifen ließe.
Gott (Gott)

57. Ich meine, es müßte einmal ein sehr großer Schmerz über die Menschen kommen, wenn sie erkennen, daß sie sich nicht geliebt haben, wie sie sich hätten lieben können.
Liebe (Schmerz)

58. Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.
Wahrheit (Wahrheit)

59. Auf einem Wandkalenderblatt
ein Leu sich abgebildet hat.
Er blickt dich an, bewegt und still,
den ganzen 17. April.
Wodurch er zu erinnern liebt,
daß es ihn immerhin noch gibt.
April (April, Wodurch)

60. Der Geist baut das Luftschiff, die Liebe aber macht gen Himmel fahren.
Liebe (Geist, Liebe, Himmel)

61. Wenn ich sitze, will ich nicht
sitzen, wie mein Sitz-Fleisch möchte,
sondern wie mein Sitz-Geist sich,
säße er, den Stuhl sich flöchte.
Der jedoch bedarf nicht viel,
schätzt am Stuhl allein den Stil,
überläßt den Zweck des Möbels
ohne Grimm der Gier des Pöbels.
Stuhl (Fleisch, Geist, Stil, Möbels, Gier, Pöbels)

62. Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.
Mensch (Mensch, Tiere, Nahrung, Anzahl)

63. Das sind die zwei Blumen des Lebens: Das Schaffen und die Liebe.
Blumen (Blumen, Liebe)

64. Lehrer-Komödie: Die Armut der Lehrer, während die Staaten Unsummen für die Wehrmacht hinauswarfen. Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Milliarden leisten müssen.
Lehrer (Lehrer, Armut, Unsummen, Mark, Völker, Kriege, Milliarden)

65. Vom höchsten Ordnungssinn ist es nur ein kleiner Schritt zur Pedanterie.
Schritt (Schritt, Pedanterie)

66. Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.
Heimat (Nicht, Wohnsitz)

67. Alle Erziehung, ja alle geistige Beeinflussung beruht vornehmlich auf Bestärken und Schwächen. Man kann niemanden zu etwas bringen, der nicht schon dunkel auf dem Wege dahin ist, und niemanden von etwas abbringen, der nicht schon geneigt ist, sich ihm zu
Erziehung (Erziehung, Beeinflussung, Schwächen, Wege)

68. Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben.



69. Das von selbst Verständliche wird gemeinhin am gründlichsten vergessen und am seltensten getan!



70. Eine der größten Unverfrorenheiten des Menschen ist, dies oder jenes Tier mit Emphase falsch zu nennen, als ob es ein noch falscheres Wesen gäbe in seinem Verhältnis zu den anderen Wesen als der Mensch.
Tier (Tier, Wesen, Verhältnis, Mensch)

71. Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.
Schön (Schön, Liebe)

72. Der moderne Mensch "läuft" zu leicht "heiß". Ihm fehlt zu sehr das Öl der Liebe.
Liebe (Mensch, Liebe)

73. Was du anderen zufügst, fügst du dir zu.



74. Von hundert, die von 'Menge' und 'Masse' reden, gehören neunundneunzig selbst dazu.
Masse (Masse)

75. Die Wirklichkeit ist immer noch phantastischer als alle Phantasie.
Wirklichkeit (Wirklichkeit)

76. Weil, so schließt er messerscharf,

nicht sein kann, was nicht sein darf.



77. Wenn Du einen besonders schönen Vogel findest und Du willst ihn behalten, dann laß ihn fortfliegen, wenn er zurückkommt, dann gehört er Dir, wenn er fort bleibt, wäre er nie Dein Vogel gewesen.



78. Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als wenn Du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.
Enttäuschung (Enttäuschung)

79. Man ist nicht dort zu Hause, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern dort, wo man verstanden wird.
Hause (Hause, Wohnsitz)

80. Nur wer den Menschen liebt, wird ihn verstehen. Wer ihn verachtet, wird ihn nicht einmal sehen.



81. Der österreichische Dialekt ist darum so hübsch, weil die Rede beständig zwischen Sichgehenlassen und Sichzusammennehmen hin und her spielt. Er gestattet damit einen durch nichts andres ersetzbaren Reichtum der Stimmungswiedergabe.
Österreich (Dialekt, Reichtum)

82. Wer vom Ziel nichts weiß, wird den Weg nicht finden.
Ziel (Ziel)

83. Jede Schöpfung ist ein Wagnis.
Innovation (Schöpfung)

84. Einander kennenlernen, heißt lernen, wie fremd man einander ist.
Kennenlernen (Kennenlernen, Freund, Nähe, Liebe)

85. Ihr anderen werdet sicherer immerdar.
Ich werde fragender von Jahr zu Jahr.
Jahr (Jahr)

86. Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger reif für sie ist.
Wahrheit (Wahrheit, Empfänger)

87. Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.
Lächeln (Lächeln, Pforte)

88. Alles, was man mit Liebe betrachtet, ist schön.
Schönheit (Liebe)

89. Über jedem guten Buch muß das Gesicht des Lesers von Zeit zu Zeit hell werden.
Humor (Buch, Lesers, Zeit)

90. Der Mensch, das Individuum, ist Gottes Einfalt, ist einfältig gewordene Gottheit.
Mensch (Mensch, Individuum, Gottheit)

91. Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache erst an.
Dialekt (Beim, Dialekt, Sprache)

92. Jede Landschaft hat ihre eigene, besondere Seele.
Seele (Seele)

93. Vom Fleißigen ist immer viel zu lernen, doch zu beseligen vermag nur Größe.
Größe (Größe)

94. Lieblose Kritik ist ein Schwert.
Kritik (Kritik, Schwert)

95. Die Hälfte allen Unglücks - vom gröbsten bis zum feinsten - geht auf Unwissenheit oder Denkfehler zurück, gewollte und ungewollte Ungeistigkeit.
Hälfte (Hälfte, Unglücks, Unwissenheit, Denkfehler)

96. Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.
Leben (Leben, Suche, Nichts, Etwas)

97. Wer die Welt nicht von Kind auf gewohnt wäre, müßte über ihr den Verstand verlieren. Das Wunder eines einzigen Baumes würde genügen, ihn zu vernichten.
Natur (Welt, Kind, Verstand, Baumes)

98. Nirgends kann das Leben so roh wirken wie konfrontiert mit edler Musik.
Musik (Leben, Musik)

99. Tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.
Tausend (Tausend, Möglichkeiten, Leben)

100. Körper ist Der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Körper (Seele)

Das Original: Afeni - Zitate